SSIP e.V.       Sozialwissenschaftlicher Studienkreis für interkulturelle Perspektiven
Der Weg zum Frieden führt über den kulturellen Austausch und die Kooperation friedlicher Staaten.

Falsche Essentialisierungen

In dem Kulturbegriff, den der SSIP vertritt, ist kein Platz für vermeintliche Vorprogrammierungen ethnischer, psychologischer oder biologischer Art, kein Platz für Leitkulturen oder normativ verfestigte Kulturstandards. Mit einem nicht-essentialistischen Verständnis von Kultur korrespondiert die Prämisse, dass kollektive Identität das Ergebnis zeit- und situationsabhängiger Konstruktionsprozesse ist. Von der „russischen Seele“ zu schwärmen, in „Kulturkreisen“ zu denken, „westliche Werte“ zu beschwören, vor „den asiatischen Werten“ zu warnen — dies alles sind Essentialisierungen, die zuweilen in der Unterhaltung amüsant sein können; meistens heben sie indes Gräben aus, wo keine sind, und ziehen Unterscheidungen ein, derer sich der nächstbeste Nationalist und Fremdenfeind dankbar bedient. Weiter….
Der Chinese — der deutsche Geschäftsmann nicht? .
„Der Chinese vermeidet um jeden Preis Gesichtsverlust.“
„Briten schätzen Distanz. Man sollte von exzessivem Händeschütteln, Besserwisserei und Drängelei am Buffet absehen.“
Wird exzessives Händeschütteln, Besserwisserei und Drängelei am Buffet in anderen Kulturen goutiert? .
Am 2.11.2016 verstieg sich Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) beim Deutschlandkongress der Unionsparteien zu der Feststellung, wenn ein afrikanischer Mann 100$ verdiene, bringe er davon nur 30$ nach Hause. Den Rest investiere er in „Alkohol, Suff, Drogen, Frauen“.
Das ist nicht mehr amüsant: das Bild vom Neger als animalischem und ungezügeltem Wesen. .